Haaaaaaaaaaasssssssssssssssssss!!!!!!!!!!!!
Okay, zum Glück habe ich zwischendurch schon Abendbrot gegessen und mich ein wenig beruhigt. Denn vorhin habe ich mich reichlich veralbert gefühlt.
Aber mal von Anfang an:

Da ich nicht besonders wählerisch bin, was die mobile Erreichbarkeit betrifft, und lediglich ab und zu telefoniere, habe ich mich für das eher einfache Siemens A60 entschieden. Dies lag zum Gutteil auch daran, dass
Alcatel zum Kaufzeitpunkt kaum noch Marktpräsenz hatte und das bevorzugte Modell von
Nokia bei meinem Telekommunikationsanbieter nicht mehr im Programm war.
An für sich ist an dem Siemenstelefon nichts auszusetzen. Es lässt sich leicht bedienen, die Sprachqualität ist ordentlich und es gibt insgesamt kaum Auffälligkeiten.
Eine Sache ist allerdings ziemlich mies:
Die Tastensperre lässt sich mit einer Taste aufheben (lange auf die Rautetaste drücken). Bei meinem guten alten Alcatel OT512 (es möge in Frieden ruhen) musste man die Tastensperre noch durch die OK-Taste bestätigen.
Wo das Problem ist?
Ich habe das A60 mit einem Gerätecode geschützt. Wenn sich nach ein paar Minuten der Bildschirmschoner einschaltet, kommt man aus diesem nur wieder heraus, wenn man eben jenen Gerätecode eingibt. Das gilt natürlich auch, wenn die Tastensperre aktiviert ist.
Jeder kennt es wahrscheinlich, dass die eine oder andere Taste gedrückt wird, wenn ein Mobiltelefon enggepackt in einer Tasche steckt. Und da passiert es auch leicht, dass die Tastensperre deaktiviert wird, da keine Tastenkombination nötig ist. Dumm, wenn dann direkt der Gerätecode eingegeben werden muss und dieser Zustand in der immer noch engen Tasche eintritt, dann werden natürlich irgendwelche Zahlen
eingetippt und dann und wann sogar bestätigt.
Da war meine Freude natürlich riesig, als der Telefoncode plötzlich gesperrt war.
Erstmal Panik!!!
Danach im Handbuch, anschließend im Internet nachgeschaut.
Lösung: Hotline anrufen
Nach einigen Minuten in der Warteschleife wurde ich dann endlich zu einer (Achtung, Ironie:)
Fachkraft durchgestellt. Problem war natürlich schnell erklärt und geklärt. Gegen eine kleine Gebühr von lächerlichen 29 Euro könnte ich einen Freischaltcode erhalten - per Nachname.
Wenn ich das im Verhältnis zum Kaufpreis von unter 100 Euro (subventioniert natürlich) betrachte, ist das absoluter Wucher.
Aber es wurde noch besser. Die Dame wies mich extra darauf hin, das Schreiben gut aufzubewahren, da der Freischaltcode (der übrigens nur aus der
IMEI-Nummer gebildet wird) immer gilt, also vor allem immer dann, wenn mir das gleiche Missgeschick erneut geschieht.
Das war der Moment, in dem ich das Gefühl hatte, langsam frei drehen zu müssen.
Leute geben andauernd irgendwelche Pins falsch ein. Deshalb gibt es für die Sim-Karten extra eine Pin2 und eine
Puk, damit man im Fall der Fälle nicht ständig den Support anrufen muss, sondern einfach zu Hause nachschaut, alles wieder entsperrt und fertig.
Auf meine Frage hin, warum man den Freischaltcode nicht einfach mitliefert, wurden die Antworten plötzlich dünn (ich bin der Meinung, dass ich nicht gerade viel Schuld an der Misere habe):
Es ist ja schließlich keine Pin, sondern ein Gerätecode, den ich frei wählen konnte; hätte ich ja nicht machen müssen (
i) auch die Sim-Pin kann ich frei wählen [ich muss nur die erste kenne], ii) auch bei anderen Geräten kann man Sicherheit ignorieren, mein WLan läuft unverschlüsselt, die Firewall habe ich abgeschaltet, Türen verschließe ich grundsätzlich nicht, könnte ja den Schlüssel verlieren).
Wahnsinns Argument!
Die IMEI-Nummer würde an einen Techniker weitergeleitet (
Hahaha, ich kann nicht mehr, nee!).
In dem Moment, in dem die gute Frau die Nummer eingegeben hatte, spuckte der Computer doch schon irgendwo den Freischaltcode aus.
Zum Freischalten bräuchte man die IMEI-Nummer, die ich ja erst durchgeben müsste.
Hallo? Dat olle Ding ist doch schon bei der Fabrikation in dem Telefon, also steht auch der Code schon fest.
Und zu guter Letzt die unglaubliche Wahrheit! Der Freischaltcode kostet halt Geld.
Autsch, das tat weh. Als wenn ich das nicht gemerkt hätte. Weshalb rege ich mich eigentlich hier gerade auf.
Ich merkte, dass das andere Ende der Leitung meinen Argumenten gegenüber vollkommen unaufgeschlossen war. Außerdem viel mir ein, dass ich Hotlinekosten zahlen muss

Ich gab resignierend auf und warte nun auf den Brief.
Service-Wüste Deutschland!
Lasst euch das eine Lehre sein.
PS: An einigen Stellen konnte ich mir eine gewisse Ironie nicht verkneifen (auch wenn man das in Geschriebenem eigentlich unterlassen soll). Der geneigte Lese bilde sich also selber eine Meinung
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