Wenn jemand einen schönen Sonnenuntergang sehen möchte, dann denkt sie oder er wahrscheinlich daran, am Meer oder in den Bergen zu sitzen; jedenfalls wird die-/derjenige sicher ausschließen, dass man auch mitten in Berlin einen wunderbaren Übergang zur Nacht haben kann. Nachdem ich diese Woche in der
Abendschau von der
Modersohnbrücke gehört hatte, und dass sich dort allabendlich Sonnenanbeter und Verliebte einfinden, um den riesigen Feuerball auf seinem Weg hinter den Horizont zu begleiten, dachte ich mir, dass man sich das mal anschauen müsste.
Und was soll ich sagen, es tatsächlich ein besonderes Spektakel, welches sich lohnt, in voller Länge zu genießen. Und im Gegensatz zu mir, sollte man ruhig noch jemanden dabei haben.
Das Foto kann die Atmosphäre leider nicht ganz wiedergeben, aber es ist ein Indiz:
PS: Die S-Bahn-Fahrer scheint es zu gefallen, wenn man ihnen zuwinkt. Sie reagieren dann angenehm positiv, indem sie zurückwinken
Die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen hat in einer Großstadt ja durchaus seine Reize. Ich will nicht generell behaupten, dass sie in irgendeiner Form schlecht seien, aber sie haben doch auch so ihre Macken. Grundsätzlich kann man in Berlin wohl recht zufrieden sein. Das man ewig braucht, um irgendwohin zu kommen, ist eher der Größe der Stadt geschuldet statt der schlechten Anbindungen. Und als Student kann ich mich mit meinem Semesterticket auch recht glücklich schätzen, zumal ich mein Fahrrad überall mitnehmen darf.
Aber es gibt natürlich auch Schattenseiten. Es gibt nur eine kurze Zeit im Jahr, in der das Klima in den Wagen von S-, U-, Straßenbahnen und Bussen einigermaßen erträglich ist. Sowie es kälter wird, wird die Heizung in den Wagen auf Äquator gestellt, da es ja kalt ist. Dummerweise denke die Fahrer nie daran, dass unsereins ja dem Wetter entsprechend gekleidet ist. Also schwitzt man sich nen Wolf, was für die Geruchsatmosphäre sehr interessant ist. Das passiert natürlich nur, wenn die Heizung funktioniert. Gerade bei den Freunden von der Deutschen Bahn passiert es deshäufigeren mal, dass ein S-Bahn-Wagon ein nettes Schildchen mit der Aufschrift "Wagen heizt nicht" bekommt. Wenn man dann regungslos die arktischen Kälten im Wagen versucht zu ertragen, freut man sich über jeden, der das andere Schild mit den Worten "Bei Kälte Tür bitte schließen" liest.
Und im Sommer ist es natürlich nicht besser. Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen hervor, muss natürlich die Klimaanlage eingeschaltet werden. Besonders in den Bussen ist dies zu beobachten. Der Fahrer stellt dann freundlicherweise die Stufe Sibierischer Dauerfrost ein, was dann zu leichten Schüttelattacken führen kann, weil man natürlich den Wintermantel vergessen hat (dabei sollte man es natürlich langsam wissen). Irgendwann wird es dann natürlich wärmer. Dies äußert sich darin, dass die Klimaanlage deutlich vernehmbar auf Hochtouren arbeitet, aber nicht die geringste Wirkung zeigt. Als Seiteneffekt ist die Luft in dem Gefährt, in dem man sich gerade befindet, sagen wir, recht angestrengt.
Richtig schön wird das Ganze aber natürlich erst dadurch, dass bei extremen Temperaturen Fahrzeuge ausfallen, bzw. andere Technik streikt. So wie gestern: Ich hatte mich entschlossen, ausnahmsweise nicht mit dem Fahrrad zu fahren, da dies bei den Temperaturen doch zu reichlich Wasserverlust führt, und bin also brav mit der S-Bahn nach Hause gefahren. Dummerweise hat sich am Bahnhof Ostkreuz die Technik verabschiedet, was bedeutet, dass sämtlich Bahnen dort im Stau standen und nur langsam nach und nach abgefertigt werden konnten. Hatte ich schon erwähnt, dass die Luft in den Wagons steht, vorallem, wenn die Bahn nur langsam oder garnicht fährt? Und das mit dem Gewächshauseffekt dank der großzügig bemessenen Fensterscheiben? Man hat den Leuten angesehen, wie warm es war - gefühlt Sauna, wahrscheinlich war es aber noch schlimmer.
Ich war froh, als ich endlich aus der Bahn rauskam und "nur noch" über 35 Grad im Schatten ertragen musste.
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